Symbole des Todes

Sie können über Sprachgrenzen hinweg, mit und ohne Lesekenntnisse verstanden und gedeutet werden. Eine unbeschreibliche Sache in einem Bild auszudrücken, dass ist die Aufgabe der Symbole. Nun ist kein Phänomen so unbeschreiblich wie der Tod und nichts wird mit so unterschiedlichen Zeichen versinnbildlicht wie dieser.

In unserer aktuellen Fensterdeko haben wir einige Symbole zum Thema Tod aufgegriffen und versucht zu erklären wofür sie stehen.

 

Sense:

In der Bibel gilt der gealterte Mensch als reife Garbe. Die Vergänglichkeit des Menschen wird mit Gräsern oder Blumen gleichgesetzt. Hieraus geht auch der Glaube hervor, dass der Tod kommt, um den Menschen zu holen. Diese Vorstellung zog den Schluss nach sich, dass die Seele beziehungsweise das Leben eines Menschen bei seinem Tod geerntet wird. Die Sichel des Todes stellt demnach das Instrument dar, mit dem der Lebensfaden abgeschnitten und das Leben beendet wird. Sie steht außerdem auch für das Lebensende eines jeden, Bettler wie König. Der Tod macht beim Ernten der Seelen keine Unterschiede. Hierin zeigt sich die mittelalterliche Vorstellung, dass im Tod alle Menschen gleich sind.

 

Totenkopf:

Der Totenkopf dient im Allgemeinen der Symbolisierung von Lebensgefahr und Tod, der Vergänglichkeit menschlichen Lebens im Vergleich zur unsterblichen Seele sowie der gesamten physikalischen Welt im Vergleich zu geistlichen Werten, die durch die Religion verkörpert werden. Eine ganz wichtige Wurzel der Totenkopf-Symbolik liegt in den Totentanz-Darstellungen, die vor allem ab dem Spätmittelalter als „Memento Mori“, als Mahnung an den Tod, populär wurden. Er besteht daraus, dass ein Toter in einen Tanz, in einen Reigen mit einem noch Lebenden tritt. Der ist manchmal sehr lustig dargestellt, sehr schelmisch. In späterer Zeit, mit Beginn der Neuzeit, sind die Darstellungen etwas ernster geworden. Und was dahintersteckt, ist einfach die Aussage, dass vor dem Tod alle Menschen gleich sind.

Rabe:

Das schlechte Image von Rabenvögeln rührt vor allem von ihrer Neigung, Aas zu fressen. Dabei unterscheiden sie naturgemäß nicht zwischen Mensch und Tier. Nach einer Schlacht mit vielen Toten war der Tisch natürlich reich gedeckt. Das Auftauchen großer Schwärme galt bald als Vorbote von Tod, Unheil und Pestilenz. Auch war es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich am Fleisch gehenkter Zeitgenossen gütlich taten, was ihnen das geflügelte Wort vom "Galgenvogel" eingetragen hat.

Engel:

Als Todesengel oder Engel des Todes wird ein Engel bezeichnet, der Menschen den Tod bringt, Verstorbene ins Jenseits begleitet oder dort empfängt und eventuell richtet.

Die Vorstellung eines Todesengels im christlichen Bereich stammt wahrscheinlich aus der mittelalterlichen Tradition, jedes Einwirken Gottes auf die Welt, also auch den Tod, als durch einen Engel vermittelt anzusehen.

Eule:

Die nachtaktiven Vögel sind meist an Orten anzutreffen, an denen es die Menschen fröstelt: Friedhöfe, alte Bäume, Ruinen, Kirchen. Die Idee, dass die Eule in Verbindung mit dem Totenreich stünde, rührt daher, dass es vielerorts üblich war, soeben Verstorbene zuhause einige Zeit aufzubahren und ihnen des nachts eine Kerze ans Bett zu stellen. Die nachtaktiven Eulen wurden dann von den Insekten angelockt, die sich um das Licht am Fenster des Toten sammelten und schon war die Eule mit dem Totenreich im Bunde, eine Grenzgängerin mit unheilvoller Bedeutung, die kommt um die Seelen der Verstorbenen zu holen.

Kerze:

Eine brennende Kerze symbolisiert die Seele, die im dunklen Reich des Todes leuchtet, ihr Verlöschen für den Tod. Die Kerze kann auch als Lebenslicht eines Menschen verstanden werden. Da sich die Kerze verzehrt, während sie ihr Licht abgibt, wird sie auch zum Symbol des verrinnenden Lebens und versinnbildlicht die Ungewissheit des Lebens als etwas leicht auslöschbarem. "Wie eine Kerze im Wind erlöschen" bedeutet, keine Lebenskraft mehr besitzen, zu sterben.

Kreuz:

Für Christen steht das Kreuz für den Tod Jesus Christus. Die Römer richteten Verbrecher hin, indem sie sie an Händen und Füßen an Holzbalken nagelten. Dieses Hinrichtungsinstrument bestand aus einem senkrechten und einem waagerechten Balken, die dann miteinander zu einem Kreuz verbunden wurden. Es symbolisiert dessen Opfertod. Außerdem lässt sich die Symbolik des Kreuzes auch wie folgt deuten: Die Verbindung von Horizontale und Vertikale kennzeichnet die Beziehung des Menschen zu Gott (auf der senkrechten Achse) und zu seinen Mitmenschen (auf der waagerechten Achse).

Schmetterling:

In christlichen Vorstellungen wurde der Schmetterling ein Symbol der Auferstehung. Da der Schmetterling in seiner Schönheit nur ein kurzes Leben hat, wurde er auch zum Sinnbild des flüchtigen Lebens und der Vergänglichkeit. In dieser Symbolik erscheint der Schmetterling auf Grabsteinen. Weil sich Schmetterlinge verpuppen und wochenlang in scheinbar leblosem Zustand verbringen, bevor sie in völlig anderer Form wiedererscheinen, gelten sie als Symbol der Wiedergeburt und Auferstehung. So findet sich auch heute noch auf Grabstätten der Schmetterling als Symbol des Vergehens (der Befreiung aus dem Körper) und des Weiterlebens (in der Unsterblichkeit der Seele).

 

 

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